Jedes Content-Management-System benötigt in bestimmten Abständen ein sogenanntes Major Update. Das gilt für Drupal genauso wie für WordPress, TYPO3 oder Contentful. Was das bedeutet, warum es wichtig ist und was die neue Version konkret für Sie verändert, erklären wir hier.
Kleine Updates, große Updates – was ist der Unterschied?
Ihr CMS erhält laufend kleine Aktualisierungen: Sicherheitslücken werden geschlossen, kleinere Fehler behoben, gelegentlich kommt eine neue Funktion dazu. Das passiert im Hintergrund und ist Teil der regulären Wartung.
Ein Major Update ist etwas anderes. Es werden nicht nur kleine Korrekturen gemacht und Sicherheits-Lücken behoben, sondern die technische Grundlage des Systems wird erneuert – vergleichbar mit dem Wechsel auf ein neues Betriebssystem. Das bringt mehr Aufwand mit sich, ist aber in bestimmten Abständen notwendig, damit das System mit den rasant fortschreitenden technischen Anforderungen des Internets Schritt halten kann und Ihren Besuchern die Performance liefert, die sie sich erwarten. Diese Notwendigkeit ist keine Eigenheit von Drupal – sie betrifft jedes professionell betriebene CMS.
Was passiert, wenn Sie nicht auf Drupal 11 upgraden?
Drupal 10 wird voraussichtlich Mitte bis Ende 2026 das Ende seines offiziellen Lebenszyklus erreichen. Das bedeutet: Danach gibt es keine Sicherheitsupdates und Bugfixes mehr für Ihre alte Version. Auch die meisten Drittanbieter-Module stellen ihre Weiterentwicklung für ältere Versionen ein.
Ein veraltetes System ist nicht von heute auf morgen unsicher – aber das Risiko wächst kontinuierlich. Je länger gewartet wird, desto mehr veralteter Code und Kompatibilitätsprobleme sammeln sich an, was ein späteres Upgrade deutlich aufwändiger und teurer macht.
Auch wenn die Entscheidung für ein Upgrade bei Ihnen liegt, ist es wichtig, die möglichen Konsequenzen zu verstehen:
- Sicherheitsrisiken: Ohne laufende Updates wird Ihre Website zu einem leichteren Ziel für Angriffe. Sie müssten die Verantwortung für Ihre Sicherheitsmaßnahmen vollständig selbst übernehmen.
- Steigende technische Schulden: Je länger Sie warten, desto mehr veralteter Code und Kompatibilitätsprobleme sammeln sich an – was ein späteres Upgrade deutlich komplexer, riskanter und teurer macht.
- Performance-Einschränkungen: Ohne moderne Technologien und Optimierungen kann Ihre Website langsamer und weniger reaktionsfähig werden, was sich negativ auf Nutzungserfahrung und Engagement auswirkt.
- Nachlassende Modul-Unterstützung: Contributed Modules erhalten zunehmend keine Updates, Kompatibilitätsanpassungen oder Verbesserungen mehr, wodurch Ihre Möglichkeiten zur Weiterentwicklung eingeschränkt werden.
- Verpasste Usability-Verbesserungen: Sie verzichten auf Verbesserungen wie das Gin Admin Theme, das die redaktionelle Arbeit vereinfacht und tägliche Workflows optimiert.
Was bringt Drupal 11 konkret?
Drupal 11 ist die aktuelle Hauptversion und bringt mehrere Verbesserungen, die im Alltag spürbar sind – vor allem für Redakteur:innen. Durch wenig Aufwand lassen sich folgende Neuerungen innerhalb des Upgrades einbinden:
Ein neues Backend - das GIN Admin Theme:
Die auffälligste Änderung betrifft die Benutzeroberfläche des Redaktionssystems. Das bisherige Backend (Claro) wird durch das GIN Admin Theme ersetzt. Die Oberfläche wirkt aufgeräumter, moderner und ist besser strukturiert.
- Seiten visuell gestalten mit Drupal Canvas: Inhalte lassen sich per Drag-and-Drop direkt auf der Seite anordnen. Mit Live-Vorschau, ohne dass dafür technisches Wissen nötig ist.
- Barrierefreiheit direkt im CMS prüfen: Eine integrierte Prüffunktion weist beim Erstellen von Inhalten automatisch auf Zugänglichkeitsprobleme hin – praktisch für alle, die gesetzliche Anforderungen im Blick behalten müssen.
- Wiederverwendbare Inhaltselemente: Häufig genutzte Bausteine wie Hero-Bereiche, Karten oder Testimonials lassen sich einmal anlegen und auf mehreren Seiten verwenden: Änderungen wirken sich automatisch überall aus.
- Grundlegende SEO-Funktionen ab Werk: Metadaten, Seitentitel und andere suchmaschinenrelevante Einstellungen sind direkt im System verfügbar, ohne zusätzliche Module installieren zu müssen.
- Schnellerer Einstieg für neue Redakteur:innen: Verbesserte Standardeinstellungen und eine klarere Struktur machen es leichter, neue Teammitglieder ins System einzuführen.
Wie läuft ein Upgrade ab?
Da jede Website individuell ist, beginnt der Prozess mit einer Analyse Ihres bestehenden Systems. Daraus ergibt sich die Aufwandsschätzung und das Angebot. Anschließend läuft der Prozess in klar definierten Schritten ab:
- Analyse der bestehenden Website und Aufwandsschätzung
- Angebot für das Major Upgrade
- Freigabe der Kosten
- Update in einer geschützten Testumgebung
- Testlauf und Qualitätssicherung
- Freischaltung der aktualisierten Version
Wenn Ihre Website regelmäßig gewartet wurde – zum Beispiel durch einen aktiven Wartungsvertrag mit uns – ist der Aufwand in der Regel überschaubar. Major Upgrades sind nicht Teil von Standard-Wartungsverträgen und werden separat angeboten.