Eigentlich kann jetzt jede und jeder machen, was ich mache
Vieles hat sich verändert. KI führte zu einer beispiellosen Demokratisierung von Design. Ein bisschen wie damals, als Handys Kameras bekamen: Auf einmal war jede:r Fotografie-Expert:in.
Im besten Fall führt die KI-Unterstützung zu einem besseren Design, auch bei niedrigen Budgets, weil viele repetitive Aufgaben wegfallen und sich so erheblich Zeit sparen lässt. Jede:r kann die eigene Meinung einfach, schnell und professionell visualisieren und kommunizieren, unabhängig vom Skillset.
Also wozu braucht es eigentlich noch Designer:innen?
Wurde ich zum nervigen Zwischenschritt zwischen Kund:innen, Entwickler:innen und fertigem Ergebnis? Wäre das tatsächlich so, hätte ich schon längst meine Zimtschneckenbäckerei eröffnet. Aber das visuelle Endergebnis ist nur die Spitze des Eisberges. Viele Arbeitsschritte lassen sich auch mit KI-Unterstützung nicht einfach so überspringen.
Denken nicht mehr notwendig
Dieses Zitat von Robin Bigio hat mich nicht mehr losgelassen:
„AI makes building feel like thinking.“ - Link zum Artikel von Robert Bigio.
Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Durch den userfreundlichen Chat, das ständige positive Feedback der KI und der Schnelligkeit, in der Dinge passieren, schaltet man immer mehr das eigene Denken aus. Aber wenn wir das komplette Denken der KI überlassen, wer entscheidet dann, was gut und was schlecht ist?
Was passiert, wenn man ein Interface-Design, ein Website-Redesign oder ein Logo-Redesign vollständig der KI überlässt? Ohne Recherche, ohne Strategie und am besten mit einem sofortigen, perfekt polierten Ergebnis?
Mögliche Probleme:
Man erhält zehn Versionen (in jeder erdenklichen Farbe), aber die Zielgruppe wurde ignoriert.
Dem Menschen hinter der Maschine fehlt die Fähigkeit, das Endergebnis zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen.
Man entscheidet sich für das Design, das sich sicher anfühlt – nicht für das, das tatsächlich gebraucht wird. Die wenigsten Menschen können gutes Design sofort akzeptieren. Es braucht Zeit und eine Person, die hinter den mutigen Entscheidungen steht.
KI Design verleitet zu Designs mit Content Overload. Man denkt: Mehr ist besser, mehr ist sicherer.
Designer:innen fungieren deshalb oft vor allem als Entscheider:innen. Sie entscheiden nicht nur, was hinzugefügt wird, sondern vor allem, was man alles löschen kann.
Oder, um es mit Dieter Rams’ zehnter Designregel zu sagen: Gutes Design ist so wenig Design wie möglich.
Wie kann ich als Nicht-Designer:in KI-generiertes Design beurteilen?
Konzentriere dich auf das eigentliche Ziel (Definiere es DAVOR)
Erfüllt das Design das Ziel des Produkts – unabhängig davon, was die KI darüber behauptet? Ein Design kann modern, professionell und beeindruckend aussehen und trotzdem das falsche Problem lösen.
Verlange Erklärungen
Wenn das Design von einer anderen Firma kommt, hinterfrage die Entscheidungen und verlange nachvollziehbare Erklärungen. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen Menschen, die ein Design gemeinsam mit KI erstellt haben, und Menschen, die ihr Hirn einfach ausgeschaltet haben.
Design kurz ignorieren
KI-generierte Designs wirken oft besonders schön, modern und fertig. Genau das kann die Beurteilung erschweren. Schau dir das Design in Schwarz-Weiß an. Ignoriere für einen Moment Farben, Bilder und Effekte. Konzentriere dich auf Inhalte, Hierarchie und Struktur.
Ergeben die Entscheidungen auch dann noch Sinn, wenn das Design nicht mehr so schön aussieht?
Hole dir ein kritisches Auge dazu
Lass dir von einer Person helfen, die sich mit Design beschäftigt und über die Jahre ein „critical eye“ entwickelt hat.
Fazit: Warum dann doch noch eine Zweitmeinung einholen? Nicht, weil Designer:innen immer recht haben. Aber durch jahrelange Auseinandersetzung mit Designentscheidungen entwickelt man nicht nur Wissen, sondern auch ein Bauchgefühl. Und da schlechtes Design viel Geld kosten kann, wenn es einmal draußen ist, schadet ein zweiter Blick nicht.
Ich wünsche dir viel Erfolg beim kritisch hinterfragen. Und falls du Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei uns!
Dieser Text wurde von Hand begonnen, eigenständig erdacht und mithilfe von KI sprachlich überarbeitet.